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Gedanken zum Whistleblowing

Mal ein Braindump meiner Gedanken zu Whistleblowing:

Wikipedia sagt dazu: “Ein Whistleblower (abgeleitet vom englischen „to blow the whistle“, auf deutsch wörtlich etwa „die Pfeife blasen“) ist ein Hinweisgeber, der Missstände, illegales Handeln (z. B. Korruption, Insiderhandel) oder allgemeine Gefahren, von denen er an seinem Arbeitsplatz oder auch beispielsweise bei einer medizinischen Behandlung erfährt, an die Öffentlichkeit bringt.”

Also es wird die Pfeife geblassen. Ich interpretiere das mal als “Geheimnisverrat um Misstände aufzudecken”. Die Frage dich ich mir hier stelle ist: “Ist das gut oder schlecht?”

Fangen wir beim Geheimnis an. Wenn ein Geheimnis an die Öffentlichkeit kommt, ist das per Definition für irgendjemand schlecht. Sonst hätte er es nicht geheim gehalten. Für irgendjemanden ist es aber auch gut, dieser kann durch das Wissen des Geheimnisses besser handeln.

Die Frage ist jetzt, wann ist Geheimnisverrat gerechtfertigt? Immer wenn dabei Misstände aufgedeckt werden? Also beim Whistleblowing? So gesehen gibt es ziemlich viel zum verraten: Infos über ungerrecht behandelte Mitarbeiter, Pfusch am Bau, Steuergelderverschwendung, politische Verhandlungen usw….

Aber ab wann ist der Misstand wert zum “whistleblowen”? Wann muss die Pfeife geblassen werden? Es gibt ja bei jedem Geheimnisverrat auch immer Geschädigte. Wann ist also der Schaden, dem Nutzen überlegen? Wenn die Anzahl der Nutzer größer ist wie der der Geschädigten? Wenn der Misstand gewisse moralische Grenzen überschreitet?

Die Grenze zwischen dem, was allgemein als nötiger Geheimnisverrat, und dem, was als nur schädigend angeshen wird, ist wohl schwer zu ziehen. Das Whisteblowing grundsätzlich gut ist, kann man nicht sagen. Das es grundsätzlich schlecht ist auch nicht.

Mit der Frage ob Whistleblowing gut ist kommt auch die Frage ob es schützenswert ist. Soll es unter einem Schutz gestellt werden, soll es geduldet werden oder soll es gar verfolgt werden? Das ist die Frage die sich zurzeit im Umgang mit Wikileaks stellt.

Interessant ist hier auch die Frage: “Lässt es sich überhaupt vermeiden?”. Ist die Idee nicht schon so tief in den Köpfen das es unaufhaltbar ist? Vielleicht werden neue an die Stelle von Wikileaks treten sobald diese Organisation einmal nicht mehr existiert.

Ich möchte hier keine wertende Meinung abgeben. Ich möchte lediglich das sich mehr Leute diese Fragen stellen bevor sie glauben eine Meinung zu Wikileaks vertreten zu können. Das Thema ist viel komplexer als viele glauben.

Wer mich kennt, wird eh wissen welche Meinung ich mir dazu gebildet habe ;)

Posted: Dezember 8th, 2010
Categories: Allgemein
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